So bekommen Sie eine Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeiten
Verfasser: Hufeisen GmbH, Versicherungsmakler, Bad Nauheim
1. Oktober 2009

 

Rechtsschutz ohne Wartezeit beim online Versicherungsvergleich

      - bedingungsgemäß
      - nach Vorversicherung
      - aufgrund besonderer Vereinbarung

Was ist "Wartezeit"?

In vielen Versicherungssparten werden so genannte Wartezeiten vereinbart. Als Wartezeit wird der Zeitraum bezeichnet, der zwischen dem Beginn der Vertragslaufzeit und dem Einsetzen des Versicherungsschutzes liegt.

In dieser Zeit kassiert der Versicherer zwar Beiträge, leistet aber im Schadenfall nicht.

Wartezeiten gelten regelmäßig dort, wo der Versicherungsnehmer den Eintritt des Schaden- oder Leistungsfalles bereits vorhersehen kann. Damit ein Kunde nicht, um Beiträge zu sparen, erst kurz vor dem vermuteten Schadenereignis einen Vertrag abschließt, wird bedingungsgemäß eine Wartezeit vereinbart.

Besonderheiten beim Rechtsschutz

Mit einer Rechtsschutzversicherung werden viele mögliche Versicherungsfälle abgedeckt, die durch die Vertragsbedingungen unterschiedlich behandelt werden. Man spricht hier von Leistungsarten oder auch Rechtsschutzarten. Solche Leistungsarten sind beispielsweise:

      Verkehrsrechtsschutz, Immobilienrechtsschutz, Arbeitsrechtsschutz etc.

In manchen Rechtsschutzarten gilt keine Wartezeit. Dies ist jedoch von Tarif zu Tarif und von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich geregelt.

Für jede Leistungsart können auch innerhalb eines Tarifes unterschiedliche Wartezeiten - oder auch gar keine - gelten, die ihrerseits wiederum bei jedem Anbieter verschieden sein können. Beim Versicherungsvergleich spielt das eine wichtige Rolle. Denn für die Wartezeit werden Beiträge erhoben, denen keine Leistungspflicht des Versicherers gegenübersteht.

Auswirkungen auf den Versicherungsvergleich

Bei gleichem Beitrag und auch ansonsten gleichen Leistungen bietet ein Tarif mit nur dreimonatiger Wartezeit 50 Prozent mehr Leistung als ein Angebot mit sechsmonatiger Wartezeit. Wenn man nämlich rechnet, dass bei einjähriger Vertragslaufzeit entweder nur sechs oder aber neun Monate Versicherungsschutz bestehen, ist der Vertrag mit sechs Monaten Karenzzeit tatsächlich um die Hälfte teurer.

Ein Beispiel macht das deutlich:
Tarif A kostet 240 Euro im ersten Versicherungsjahr, bietet aber nur Deckung für sechs Monate. Ein Monat Versicherungsschutz kostet also 40 Euro.
Tarif B kostet ebenfalls 240 Euro, hat nur drei statt sechs Monate Wartezeit und schützt den Kunden somit neun Monate lang. Jeder Monat Versicherungsschutz kostet also 26,67 Euro.
Der Monatspreis für den tatsächlichen Schutz liegt mit den 40 Euro von Tarif A um die Hälfte höher!

Ab dem zweiten Versicherungsjahr besteht dann kein Unterschied mehr, weil ja für alle zwölf Monate Deckung besteht.

Rechtsschutz ohne Wartezeit bei Vorversicherung

Ebenso macht es keinen Unterschied, wenn eine Vorversicherung - auch bei einem anderen Versicherer - besteht, die auf die Wartezeit angerechnet wird. Manche Gesellschaften bieten dies an. Es spielt also für die Bewertung eines Angebotes eine entscheidende Rolle, ob eine Vorversicherung bestanden hat oder nicht.

Ein Kunde mit einer Vorversicherung würde unter Umständen ein anderes Angebot wählen als ein Kunde ohne Vorversicherung, der die kürzere Deckungszeit einkalkuliert. Das Kriterium der deckungslosen Zeit spielt für einen vorversicherten Kunden hingegen keine Rolle.

Entscheidend für die Anrechnung der Vorversicherung ist, dass für das selbe Risiko und für die selben Gefahren lückenlos Deckung besteht. Liegt zwischen dem Ende des Vorvertrages und der neuen Police auch nur ein einziger versicherungsfreier Tag, wird die Vorversicherung komplett nicht angerechnet, und die Wartezeit gilt uneingeschränkt.

Rechtsschutz ohne Wartezeit bei Sonderkündigungsrecht

Das ist von erheblicher Bedeutung, wenn ein Kunde für seinen alten Vertrag ein Sonderkündigungsrecht in Anspruch nimmt - zum Beispiel nach einer Beitragserhöhung. Oft teilen die Versicherer die Erhöhung sehr kurzfristig mit. Es hat schon Fälle gegeben, in denen der Kunde überhaupt nicht ordentlich informiert wurde oder nicht in der rechtlich vorgeschriebenen Form auf sein außerordentliches Kündigungsrecht hingewiesen worden ist.

Dann entsteht folgende Situation: Der Kunde storniert seinen alten Vertrag für den Zeitpunkt, an dem die Beitragserhöhung wirksam wurde - also rückwirkend.

Der neue Vertrag beginnt jedoch frühestens mit dem Eingang des Antrags beim Versicherer. Es entsteht also eine zeitliche Lücke, wodurch der neue Vertrag mit einer Wartezeit beginnt. Der uninformierte Kunde würde nun entweder eine Zeit ohne Deckung in Kauf nehmen oder auf die Inanspruchnahme seines Sonderkündigungsrechtes verzichten.

Dabei lässt sich die Wartezeit sehr leicht durch eine besondere Vereinbarung aus dem neuen Vertrag herausnehmen. Der Kunde muss nur den Nachversicherer über den vorliegenden Sachverhalt informieren. In unserer 25jährigen Praxis haben wir noch keinen einzigen Fall erlebt, in dem der Nachversicherer auf die Wartezeit bestanden hätte.

Am besten sofort bei Antragstellung oder unverzüglich danach teilt man dem Nachversicherer folgendes mit:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am ... (Antragsdatum) habe ich bei Ihrer Gesellschaft einen Antrag auf Rechtsschutzversicherung gestellt.

Für mich bestand Vorversicherung bei ... (Name des Versicherers) unter der Versicherungsnummer ...
Diesen Vertrag habe ich durch Inanspruchname eines Sonderkündigungsrechtes zum ... (Datum, zu der die Vertragsbeendigung wirksam wurde) beendet. Obwohl ich unverzüglich bei Ihnen neue Deckung gesucht habe, ist durch die rückwirkende Inanspruchnahme des Sonderkündigungsrechtes eine zeitliche Lücke zwischen Vertragsbeendigung und neuer Antragstellung entstanden.

Ich bitte Sie, Ihren Verzicht auf die Wartezeit aufgrund einer besonderen Vereinbarung im Versicherungsschein zu dokumentieren.

Für den Fall, dass Sie wider Erwarten meiner Bitte nicht nachkommen und ich in den kommenden 14 Tagen von Ihnen keine Bestätigung über Ihren Wartezeitverzicht erhalte, mache ich hiermit von meinem Widerrufs- und Rücktrittsrecht Gebrauch.

Kommen Sie jedoch meiner Bitte innerhalb der gesetzten Frist nach, freue ich mich, Kunde Ihrer Gesellschaft zu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

(unterschreiben und nicht vergessen: Absenderangaben!)

Klappt es wider Erwarten nicht, muss man entweder telefonisch nachfragen, vielleicht ist nur Post verloren gegangen, oder sehr schnell einen neuen Versicherer suchen oder zähneknirschend den alten behalten.

Grundsätzlich ist es wichtig, möglichst keine Lücke im Versicherungsschutz entstehen zu lassen, weshalb man regelmäßig erst den neuen Vertrag abschließen und dann den alten Vertrag kündigen sollte. Bei einem Sonderkündigungsrecht muss man sich daher sehr beeilen oder aber nachträglich handeln, so wie es oben erklärt ist.

Im online Versicherungsvergleich wird die Wartezeit für die einzelnen Rechtsschutzarten bequem und übersichtlich angezeigt (in der Gegenüberstellung beim Leistungsvergleich):

Vergleich der Wartezeiten Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz

Man sieht dort auch, in welchen Rechtsschutzarten keine Wartezeiten verlangt werden. Manche Versicherer verzichten standardmäßig auf die Wartezeit beim Verkehrsrechtsschutz:

Vergleich der Wartezeiten Verkehrsrechtsschutz


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